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Systematik zur Inventarisierung
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Unser Programm ist ein System zur Verwaltung von komplex zu beschreibenden Objekten.
Komplex zu beschreibende Objekte sind zum Beispiel Kunstgegenstände, die zum einen
einzigartig sind, zum anderen aber von verschiedenen Personen im wesentlichen auf
die gleiche Art beschrieben werden sollten.
Die Problematik bei solchen Beschreibungen
liegt darin, die beschriebenen Objekte recherchierbar zu machen und sicherzustellen,
dass zwei verschiedene Experten oder auch Laien das Objekt auf eine möglichste exakt
gleiche Art beschreiben. Zum Beispiel kann vergoldetes Silber sowohl als „Silber
vergoldet“ oder eben als „vergoldetes Silber“ bezeichnet werden. Hier muss durch
das System sichergestellt werden, dass nur einer dieser Begriffe benutzt wird, oder
das System muss die Synonyme erkennen und bei einer Suche nach „Silber vergoldet“
ebenfalls „vergoldetes Silber“ anzeigen. Diese Problematik wurde schon früh durch
die Verwendung von Thesauri gelöst. Diese Thesauri versagen aber spätestens da,
wo ganze Sätze für die Beschreibung benötigt werden. Zum Beispiel:
Auf der
Fußplatte des Kelches befindet sich eine Gravur , die ein Wappen der Familie von
Bülow darstellt.
Im System wird dieses Ziel durch die Verkettung einzelner
Begriffe erreicht. Der Beispielsatz wird durch folgende Begriffskette abgebildet:
Kelch : Fuß : Gravur : Wappen : Familie von Bülow
Diese Begriffskette
entsteht durch im System hinterlegte Verkettungen von Begriffen.
Die Bildung
dieser Begriffskette erfolgt sehr einfach. Nach der Auswahl einer Objektbezeichnung
( im Beispiel „Kelch“ ) und einer Kategorie ( im Beispiel die Kategorie Beschreibung
) kann eine neue Begriffskette gebildet werden. Dazu werden vom System nacheinander
Begriffslisten zur Auswahl angeboten, die den jeweiligen Begriff weiter beschreiben.
Dabei gibt es zwei verschiedene Arten von Begriffen. Zum einen die Begriffe,
die direkt zur Beschreibung der Objekte dienen und Teil einer Begriffskette sein
können und zum anderen die mit ** gekennzeichneten Begriffe, die nicht in die Beschreibung
übernommen werden, sondern lediglich zur Strukturierung der Begriffslisten dienen.
Dies ist sehr wichtig, da durch diese Begriffe dafür gesorgt werden kann, dass die
Listen in der Regel nicht länger werden, als auf dem Bildschirm dargestellt werden
kann. In Sonderfällen können die Listen länger sein, immer dann, wenn die Information
am Stück ablesbar ist, z.B. bekannte Familiennamen. Für diesen Fall steht eine Suchfuktion
zur Verfügung, um in den längeren Liste den gewünschten Begriff schnell zu finden.
Jedem verwendeten Begriff können mehrere Synonyme zugeordnet werden, auf die
die Suchfunktion innerhalb einer Liste reagiert, es ist aber sichergestellt, dass
innerhalb des Programms nur ein Begriff verwendet wird. Beispielsweise könnte in
einer Namensliste nach dem Namen des Stifters des Beispielkelches Bulowen (Abb.
3 ) gesucht werden, der Name von Bülow wird ebenfalls gefunden und für die Erstellung
der Begriffskette verwandt.
Ein Werkzeug um Falscheingaben zu vermeiden, ist
die Möglichkeit, die einzelnen Begriffe durch Bild und Text näher zu beschreiben
bzw. zu definieren Diese Beschreibung ist in Abbildung 2 für die Begriff **Teile
des Kelches, Gravur und Familie von Bülow erkennbar. Dies ist insbesondere für Laien
wichtig, die an Hand der Begriffsketten eine Suche im System durchführen, aber auch,
wenn mehrere Fachleute zusammenarbeiten.
Nach der Auswahl der Objektbezeichnung "Kelch" öffnet sich in der nächsten
Ebene die Liste mit den Begriffen "Technik" und " ** Teile des Kelches " . Durch
die Auswahl eines Begriffes wird die untergeordnete Ebene geöffnet. Sie enthält
eine Liste mit Begriffen, die dem Begriff der oberen Ebene zugewiesen wurden. In
dem vorliegenden Beispiel wird sich für " ** Teile des Kelches " entschieden. Als
Entscheidungshilfe kann eine Darstellung per Mouse over Effekt vergrößert werden,
auf der die Bestandteile des Kelches benannt sind. Diese Begriffe werden in der
nächsten Ebene aufgelistet. usw. So wird das Wissen über das Objekt mit Wissen,
das im System bereits vorhanden ist, schrittweise verglichen und das Objekt wird
auf diese Weise beschrieben.
Die Beschreibung eines Objektes entsteht dadurch,
dass beliebig viele Begriffsketten zu einem Objekt erfasst werden. Freitexte wie
z.B. Inschriften können hinzugefügt werden und werden durch Klammern gekennzeichnet.
Diese Art der Erfassung ist nach einer kurzen Einarbeitungszeit schneller,
als es eine rein textuelle Beschreibung wäre.
Begriffsketten können in beliebigen
Kategorien gebildet werden. Die Kategorien dienen dabei einer Gruppierung der Begriffsketten.
So werden zum Beispiel alle Begriffsketten, die Aussagen über die Materialien eines
Objektes treffen, in einer Kategorie Material zusammengefasst.
Suche in den inventarisierten/achivierten Objekten
Die Stärke
des Systems zeigt sich spätestens bei der Suche nach Objekten. In der Suche werden
die Begriffsketten zur Bildung von Suchkriterien benutzt. Hier können ganze Ketten
aber auch Teile von Begriffsketten verwendet werden. Auf diese Weise ist es möglich,
zum Beispiel nach allen Kelchen zu suchen, die auf dem Fuß die oben beschriebene
Gravur haben, oder aber auch nach allen Objekten auf denen das Wappen der Familie
von Bülow abgebildet ist.
Im Suchergebnis werden die gefundenen Objekte aufgelistet und direkt mit Fotos
dargestellt. Die Bilder werden per Mouse over Effekt vergrößert, so dass sofort
erkennbar ist, ob es sich bei dem gefundenen Objekt um das gesuchte handelt.
Hierarchie innerhalb der Objekte
Jedes im System erfasste Objekt wird mindestens einer Hierarchie zugeordnet. Auf
diese Weise lässt sich zum Beispiel ein regionaler Standort abbilden. als Hierarchie
im kirchlichen Bereich
Landeskirche > Kirchenkreis > Kirchgemeinde > Ort >
Gebäude
als Hierarchie im staatlichen Bereich
Bundesland > Landkreis
> Gemeinde > Ort > Gebäude
Oder die Objekte können vorgruppiert werden:
Religion und Glaube > Liturgisches Gerät > Abendmahlsgerät > Kelch (Systematik zur
Inventarisierung, herausgegeben vom Hessischen Museumverbandes)
Woher kommen die Begriffe für die Begriffsketten
Die Begriffswelt wird im Administrationsbereich des Programms von Personen mit den
entsprechenden Berechtigungen angelegt. Es gibt aktuell keine vorgefertigten Begriffswelten
für verschiedene Bereiche. Der oder die Administratoren haben die Chance selbst
festzulegen, in welchen Kategorien welche Daten erfasst werden sollen und die Begriffswelt
entsprechend zu erstellen. Im Rahmen der Erfassung von Objekten kann diese Begriffswelt
dann stetig erweitert werden. Dabei wird mit einem Baukastensystem gearbeitet. Auf
zwei Arten wird die Begriffswelt für ein Objekt erweitert. 1. Fehlt zu einem Begriff
eine Aussage, wird sie auf der nächsten Ebene hinzugefügt. Mit dem Speichern des
Begriffes wird er automatisch dem Begriff der oberen Ebene zugewiesen. 2. Durch
die Zuweisung von Begriffen von der unteren zur oberen Ebene können zu jedem Begriff
Begriffsbäume entstehen ( siehe Abb. 1) Ein solcher Begriffsbaum verbirgt sich z.B.
hinter dem Begriff ** Verzierung,Metall, graphisch, der in der Beschreibung des
Kelches vorkommt. (Abb. 2) Auf dem Deckel einer Dose befindet sich ebenfalls eine
graphische Verzierung. Beim Erstellen der Begriffswelt für den Deckel wird der Begriff
** Verzierung,Metall, graphisch bausteinartig dem Begriff Deckel zugewiesen. Damit
stehen für das Beschreiben des Dosendeckels alle Begriffe, die für das Beschreiben
der graphischen Verzierungen des Kelches benutzt wurden auch für das Inventarisieren
der Dose zur Verfügung. Da das System komplett als Internet Anwendung realisiert
wurde, kann jeder vom Administrator erfaßte Begriff sofort von allen Benutzern verwendet
werden. Technik
Das System ist vollständig mit einer Weboberfläche ausgestattet.
Das heißt, das System kann über den normalen Internetbrowser von jedem Ort der Welt
aus benutzt werden, ohne dass eine Installation auf den Arbeitsplatzrechner erforderlich
ist. Für den Server gelten folgende Systemanforderungen:
- MS SQL Server ab Version 2005 und ab Express Edition
- Internet Information Server ab Version 5
- .NET Framework 3.5
Zusammenfassung
Das System ermöglicht es u.a. :
-
- für eine gleiche Aussage immer den gleichen Begriff zu verwenden
- damit erhalten Arbeitsergebnisse unterschiedlicher Erfasser eine gute Vergleichsmöglichkeit
- damit wird eine hohe Treffsicherheit bei einer Recherche und Suche gewährleistet
- jeder verwendete Begriff kann mit Text und Bild erläutert und damit eindeutig definiert
werden
- jedem Begriff können Synonyme zugeordnet werden
- Arbeitshilfen zu erarbeiten : z.B. für das Zuordnen von Attributen für nicht bekannte
Heilige oder zum Erkennen von Schadensbildern an unterschiedlichen Materialien
- ein mehrsprachiges Arbeiten wäre möglich, d.h. ein Text wird in einer Sprache eingegeben
und in einer zweiten Sprache ausgedruckt. Dazu muss lediglich die Begriffswelt übersetzt
werden und nicht die einzelnen Beschreibungen der Objekte